Iyengar Yoga Iyengar Yoga® ist eine der anspruchsvollsten Übungs-  formen des Hatha-Yoga, die auf dem achtgliedrigen  Yogaweg Patañjalis basiert und von dem Inder B.K.S.  Iyengar entwickelt und nach ihm benannt wurde. Im  Vordergrund steht das ausgewogene und systematische  Üben von Körperhaltungen (Asanas). B.K.S. Iyengar selbst  legt Wert darauf, die Einheit aller Yogastile in dem einen  Geist des Yoga zu betonen und sagt: „Es ist falsch,  traditionelles Yoga von Iyengar-Yoga zu unterscheiden. Es  gibt keinen Unterschied zwischen den Yogaschulen, alle  haben dieselben Wurzeln und denselben Zweck.“    Ungeachtet dessen kann man jedoch einige Merkmale als  charakterisisch für den Iyengar-Stil bezeichnen, und zwar:   das Prinzip der korrekten Körperausrichtung (alignment): wenn die Knochen und  Gelenke, die Haut und die Muskeln harmonisch zusammen- und nicht gegeneinander  arbeiten, fallen uns die Haltungen leichter, wir spüren einen besseren Energiefluss und  eine körperliche Stabilität, deren Ziel absolute mentale Stille ist. Diese Arbeit an der  Körperausrichtung setzt Präzision und Detailarbeit bei der Ausübung der Asanas voraus.   Dabei entwickelt sich ein neues Körperbewusstsein, das uns die Verbindungen  zwischen den einzelnen Körperteilen sehen lehrt. Wir nehmen wahr, dass die Arbeit in  einem Körperteil, z.B. den Beinen, eine Auswirkung auf eine anderes Körperteil, z.B. die  Wirbel-säule, hat und erleben unseren Körper als einen in sich harmonischen Kosmos.  Dieses Körperbewusstsein macht uns feinsinniger und hilft, Blockaden bzw.  Fehlhaltungen im Körper zu beseitigen.   Die methodisch aufeinander abgestimmte Reihenfolge (sequencing) der einzelnen  Asanas, die deren anatomische und physiologische Zusammenhänge und Verbindungen  berücksichtigt: In den systematisch aufgebauten Übungssequenzen lernen und erleben  wir, dass bestimmte Bewegungen und Aktionen einzelner Körperteile in anderen Asanas  wiederkehren, dass die Asanas ein geschlossenes System bilden, in das sich unser  Körper als ein harmonischer Kosmos einfügen kann.   Der Einsatz von Hilfsmitteln (props) wie Holzklötzen, Blöcken, Gurten, Decken,  Rollenkissen etc., die Iyengar entwickelt hat, damit auch weniger bewegliche  SchülerInnen Yogahaltungen mit Gewinn einnehmen können, d.h. ohne den positiven  Effekt des jeweiligen Asanas aufgrund körperlicher Defizite zu beeinträchtigen. Darüber  hinaus dienen die Hilfsmittel dazu, in bestimmten Haltungen länger, und zwar ruhend  und passiv zu verweilen.   Atemkontrolle, Pranayama, wird erst unterrichtet, nachdem durch die Asanapraxis eine  hinreichende Öffnung, aber auch Kenntnis der für die Atmung verantwortlichen Körper-  teile erreicht worden ist.  Meditation wird nicht getrennt von der Asanapraxis unterrichtet. Vielmehr wird die  Asanapraxis als Meditation angesehen. Indem man sich vollkommen auf den Körper und  seine Kontrolle konzentriert, werden die Gedanken und der Geist gebündelt, was einem  meditativen Zustand gleichkommt, denn „Asana ist aktive Meditation“.   Aufgrund dieser Eigenschaften wird Iyengar-Yoga manchmal als hart oder auch als männlich  beschrieben. Es stimmt zwar, dass manche Yogastunde durchaus schweißtreibend sein kann, aber  wollen nicht auch Frauen schwitzen? Tatsache ist, dass B.K.S. Iyengar einer der ersten war, der  Yoga für Frauen unterrichtet und populär gemacht hat. Heutzutage sind der größere Teil der  Praktizierenden im Iyengar-Yoga Frauen.