B.K.S.Iyengar 1918 - 2014 Bellur Krishnamachar Sundararaja Iyengar, kurz B.K.S. Iyengar, wurde am 14. Dezember 1918 in der  Nähe von Bangalore, Südindien, als elftes von dreizehn  Geschwistern geboren. Er war ein anfälliges und  schwächliches Kind, mehrmals litt er an schweren, teilweise  lebensbedrohlichen Krankheiten. Als seine ältere Schwester  Namagiri 1934 den bekannten Hatha-Yogalehrer Sri Tirumalai  Krishnamacharya (1888-1989) heiratete, zog der fast  fünfzehnjährige Iyengar zu den beiden nach Mysore und  wurde ab dann von seinem Schwager im Yoga unterrichtet. Der strenge Yogaunterricht Krishnamacharyas ging oft an die Grenzen des unerfahrenen  jungen Iyengar. Doch er übte die Yogahaltungen zielstrebig und sein Gesundheitzustand  verbesserte sich. Durch kontinierliches Üben erreichte er bald ein Niveau, das es ihm  erlaubte, selbst an der Yogaschule seines Schwagers zu unterrichten. Im Alter von 18  Jahren ging Iyengar auf Anweisung Krishnamacharyas nach Pune, um dort in einem  Sportverein Yogaunterricht zu erteilen.   Das war der Beginn seiner selbstständigen Tätigkeit als  Yogalehrer, die ihn zu einem der weltweit bedeutendsten  Hatha-Yogalehrer machte. 1943 heiratete er Shrimati  Ramamani und entschied sich damit bewusst gegen das  für den Yogi typische Leben eines Samnyasin, also eines  Suchenden, der allem Irdischen entsagt, und statt  dessen für ein Leben des Yoga in der Welt und in der  Familie. B.K.S. Iyengar hat immer wieder betont, wie  wichtig es ist, die yogische Haltung in einem aktiven,  weltzugewandten Leben zu verwirklichen, und hat sein  eigenes Leben auf diesem Prinzip aufgebaut. Der  Wohnsitz der Familie Iyengar, die schließlich neben den  Eltern aus sechs Kindern bestand, fünf Töchtern und  einem Sohn, war – und ist noch immer – Pune. In den 1950er und 1960er Jahren machte Iyengar sich besonders in den USA, aber auch  in Großbritannien einen Namen, und sein Ansehen wuchs mit der Veröffentlichung seines  Buches Light on Yoga, das ein Klassiker und Standardwerk des Hatha-Yoga wurde.  1975 eröffnete Iyengar in Pune das Ramamani Iyengar Memorial Yoga Institut, um  seinen inzwischen zahlreichen, internationalen SchülerInnen, darunter Berühmtheiten  wie Yehudi Menuhin, ein Zentrum für die Praxis und das Studium von Yoga zu bieten. Es  ist nach seiner Frau benannt, die im Januar 1973 starb. Bis kurz vor seinem Tod  praktizierte Iyengar, von seinen SchülerInnen ehrfurchts- und liebevoll zugleich Guruji  genannt, täglich gemeinsam mit ihnen in seinem Institut. Die Lehrtätigkeit hatte er  jedoch bereits weitgehend an seine Kinder Geeta und Prashant Iyengar, sowie seine  Enkelin Abhijata Sridhar abgegeben, die das Iyengar-Erbe weitertragen. Im Jahr 2004 wurde B.K.S. Iyengar vom Time Magazine in die Liste der 100  einflussreichsten Menschen aufgenommen. 2014 erhielt er den zweithöchsten inidischen  Zivilorden Padma Vibushan, außerdem wurde er als Kandidat für den Friedensnobelpreis  vorgeschlagen. Er starb am 20. August 2014 im Alter von 95 Jahren.  von B.K.S. Iyengar